Das seltsame Gemälde gehört zu den frühesten Studienbildern mit Tiermotiven. Vielleicht kann man es als gemalte Wunderkammer bezeichnen. Die säuberliche Trennung der einzelnen Tiere voneinander bezeugt das wissenschaftliche Interesse, das hinter diesem Gemälde stecken dürfte.

Diese gemalte Tiersammlung enthält mindestens zwei in Mitteleuropa nicht vorkommende Tiere, die Ginsterkatze rechts unten und das Ichneumon links oben. Die Zusammenstellung von exotischen und heimischen Tieren lässt die Vermutung aufkommen, dass es sich bei dem Bild um eine Auftragsarbeit handelt. Auftraggeber könnte eine Persönlichkeit gewesen sein, die die Tiere aus eigenem Besitz festgehalten wissen wollte.

Ludger tom Ring der Jüngere, 1522-1584
Tierbild mit Ginsterkatze, ca. 1560
Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster